(kda)

Das letzte Wochenende hielt gleich zwei Höhepunkte parat, um den Stand der Vorbereitung auf die neue Saison zu testen. Am Freitagabend den traditionellen Sparkassen-Cup der Sparkasse Arnstadt/Ilmenau, die wie in den Vorjahren den vor drei Jahren ins Leben gerufenen Leistungsvergleich der spielklassenhöchsten Vertreter des Ilmkreises finanziell unterstützte (3. Platz), und am Sonntag ein Testspiel gegen den Landesklassenvertreter SG 1.FC Sonneberg 04 (3:3).

Der Sparkassen-Cup wurde erstmals als Turnier „Jeder gegen Jeden“zwischen den Mannschaften des SV 09 Arnstadt, des FSV Martinroda, des SV Germania Ilmenau und des einheimischen SpVgg Geratal ausgetragen. Ein Modus, in dem nicht per Losentscheid darüber befunden werden sollte ob Glück oder Pech über ein Erreichen des Endspiels entscheidet, sondern jede Mannschaft gegen jede die Möglichkeit haben sollte, den Turniersieg zu erspielen. Sicherlich bei einer Spielzeit von 30 Minuten je Partie mit einer anderen taktischen Ausrichtung als in normalen Spielen, aber dennoch war das Turnier attraktiv und vom Spannungsgehalt durch nichts zu überbieten. In der letzten Turnierrunde schob sich nämlich zunächst Ilmenau durch den Sieg gegen Arnstadt auf Platz 1, sie blieben auch bis kurz vor Ende der letzten Partie, in der sich Martinroda und Geratal mit je 4 Punkten gegenüber standen, dort, bis zunächst Geratal mit dem Führungstreffer mit zwischenzeitlich 7 Punkten die Tabellenführung eroberte, Martinroda durch den Ausgleich aber wieder Ilmenau in Führung brachte, um letztlich mit ihrem 2. Treffer gegen Geratal selbst mit 7 Punkten den Turniersieg und den Pokal zu sichern. Mehr als drei Stunden Fußball bei bestem Wetter, Zuschauer was willst du mehr?

Statistik:

Geratal-Ilmenau 1:1 (Schmidt/Fernando), Martinroda-Arnstadt 2:1 (Czerny, Hertel/Machts), Martinroda-Ilmenau 0:0, Geratal-Arnstadt 1:0 (Kühne), Ilmenau-Arnstadt 3:0 (Kumm, Thurau, Fernando), Martinroda-Geratal 2:1 (Suliman, Hertel/Thorwarth)

  1. FSV Martinroda​​4:2 Tore​7Pkt.
  2. Germania Ilmenau​4:1 Tore​5 Pkt.
  3. SpVgg Geratal​​3:3 Tore​4 Pkt.
  4. SV 09 Arnstadt​​1:6 Tore​0 Pkt.

Martinroda: Bach, Habichthorst, Six, Langhammer, Griebel, Weidlich, Hucke, Seel, Suliman, Hertel, Czerny,Nowak, Menl

Ilmenau: D. Brand, König, Werner, Mi. Wolfenstetter, Malsch, Kumm, Ma. Wolfenstätter, Thurau, Finn, Amarell, Döring, Fernando, Elle, Kempf, Ewald

Geratal: Kott, Seyfferth, Behr, Bischof, Dobrocki, Linse, Schmidt, Kühne, Brandl, Bärwinkel, Thorwarth, M. Zentgraf, Kellner, Blümke-Eichhorn

Am Sonntag nun eine vollwertige Partie gegen die Spielzeugstädter. 

Das Ergebnis dieser Partie sollte zweitrangig sein, denn es ging eher Trainer Huck darum, weitere Erkenntnisse zu gewinnen, auch waren einige potenzielle Stammspieler nicht mit an Bord. Und diese wird er gewonnen haben! Die erste Spielhälfte zeigte sich die Mannschaft schon recht ordentlich. Zahlreiche Möglichkeiten, das erste Tor in den Gerataler Reihen durch Zentgraf (8.) und auch Thorwarths leicht abgefälschter Versuch, der den Weg ins gegnerische Tor fand (23.), belegen dies neben weiteren erfolgversprechende Möglichkeiten durch Heyer und Kühne. Der zwischenzeitliche Ausgleich der Sonneberger resultierte aus einem Rückpass auf Winter und dessen Fehlabspiel (16.). Die zweite Halbzeit war nun nicht mehr der "Bringer". Lag es am Kräfteverschleiß, an den Wechseln? Jedenfalls konnten die Gäste nach dem Zwei-Tore-Rückstand, Thorwarth verwandelte einen Handelfmeter sicher (52.), noch ein Remis erzielen. Das 3:2 ebenfalls durch Handelfmeter (55.), den Ausgleich nach einer Schlafwageneinlage der kompletten Gerataler Hintermannschaft (80.). In der 86. Minute hatten sie sogar die Möglichkeit zum Siegtreffer, doch einen zweiten Strafstoß nach Foulspiel schossen sie über das Tor. 

Auch in der Einzelbetrachtung der Spieler wird Huck Erkenntnisse gezogen haben. So zeigte sich Torwart Winter sehr wechselhaft - bei einigen Sonneberger Versuchen klärte er reaktionsschnell, in der Spieleröffnung nach Rückspielen wirkte er nicht souverän genug. Die Abwehr hatte einige "Fehlstellungen", die den schnellen Gästen immer wieder Chancen ermöglichten. Die Rollenverteilung in der Offensive muss sich noch festigen, zu oft stimmten die Laufwege nicht. Die Chancenverwertung bleibt immer noch ein Problem. Es gibt also bis zur Saisoneröffnung in zwei Wochen noch zu tun!

Aufstellung:

Geratal: Winter, Behr, Dobrocki, Schmidt, Linse, Heyer, Seeber, M. Zentgraf, Thorwarth, Kühne, Bischof, Seyfferth, St. Möller

Sonneberg: Lengert, Motschmann, Kirchner, Karl, Ehle, Dorst, Schulz, Göhring, Klaus, Gottschalk, Zuleger, Müller, Winkler, Günther

Schiedsrichter: Linke (Wolfsberg)

Zuschauer: 80

Torfolge: 1:0 Zentgraf (8.), 1:1 Göhring (16.), 2:1, 3:1 Thorwarth (23., 52., HE), 3:2 Winkler (55., HE), 3:3 Gottschalk (80.)

 

SpVgg Geratal – SV Schott Jena​ 2:2 (1:0)

(Kda) Wenn Vorbereitungsspiele den Zweck haben, Erkenntnisse über den Trainingsstand und die Einsatzmöglichkeiten einzelner Spieler sowie mögliche taktische Spielvarianten zu gewinnen, dann hat das Spiel gegen den Oberligisten diesen erfüllt. Dass es am Ende nur vom Ergebnis her zu einem Unentschieden gereicht hat, wird zwar dem Spielverlauf und dem -anteil nicht unbedingt gerecht, sollte aber auch nicht überbewertet sein. 

In der ersten Spielhälfte gestaltete die Spielvereinigung das Spiel überlegen, ließ den Gegner nicht einmal ernsthaft vor ihr Tor kommen. Dabei machte die Abwehrkette Behr, Bischof, Dobrocki einen sehr souveränen Eindruck, wurden aus dem Mittelfeld heraus, erstmals auch wieder mit Schmidt neben Wollenschläger in der Defensivabteilung operierend, über die Außen und die an sich sehr offensiv (Kühne, Brandl, Zentgraf) agierenden Offensive mehrere gute Möglichkeiten erspielt. Dabei ging man sehr variabel mal mit Diagonalpässen, mal mit Kombinationen über die Außenpositionen vor. So ergab sich schon in der 3. Minute über Brandl und dessen Querpass, den Kühne am langen Pfosten mit einem Schritt zu wenig nicht veredeln konnte, die erste Chance. Nach der zweiten Ecke des Spiels konnte dann Behr aus Nahdistanz einen zuvor abgeblockten Kopfballversuch zur Führung über die Torlinie drücken (11.). Kühne tankte sich in der 13. Minute gleich an mehreren Abwehrspielern vorbei, seinen Rückpass konnte aber Brandl nicht im Tor unterbringen. Und so gestalteten die Huck-Schützlinge die 1. Halbzeit, in der die Gäste quasi nicht stattfanden bzw. nicht stattfinden durften, konsequent weiter. Ob es nun an der Überlegenheit in der ersten Hälfte und dem Unterbewusstsein, den eingewechselten Spielern und den taktischen Varianten oder an dem stärker operierenden Gast lag, in der zweiten Spielhälfte wurde das Spiel offener. So kamen die Gäste durch einen Gerataler Ballverlust im Mittelfeld mittels eines sehr trockenen 25m-Schuss, der unhaltbar neben dem rechten Pfosten einschlug, zum Ausgleich (50.). Kurz darauf wurde Kühne lang in den Raum angespielt, geschickt kreuzte er den Laufweg, so dass eine kurze Berührung reichte, um ihn im Strafraum zu Fall zu bringen. Heyer erwies sich als sicherer Strafstoßschütze (56.). Brandl hatte danach mehrfach die Möglichkeit seine Offensivfähigkeiten unter Beweis zu stellen (63., 83.), muss sich aber wohl, wenn es bei seiner Offensivaufstellung bleiben sollte, den nötigen Abschlussinstinkt noch erarbeiten. Eine zu kurze Ablage Seyfferths auf Kott brachte diesen so in Bedrängnis, dass er sich nur mit Foul am Gegenspieler zu erwehren glauben zu müssen – Strafstoß für die Gäste – Ausgleich (66.). 

Wie gesagt, erkenntnisreich war das Spiel, für den Trainer wie auch die paar wenigen Zuschauer!

Aufstellung:

SpVgg Geratal: Winter, Behr, Dobrocki, Schmidt, Bischof, Linse, Wollenschläger, Heyer, Brandl, M. Zentgraf, Kühne, Kott, Maleße, Bärwinkel, Seyfferth

SV Schott Jena: Khalil, Martin Rennert, Haupt, Bismark, Gampe, Heß, Schade, Ziermann, Kretzer, Shoshi, Buckler, Gheorghiu, Hoffesommer, Marian Rennert, Lelle

Zuschauer: 80

Schiedsrichter: Heilek (Erfurt)

Torfolge: 1:0 Behr (11.), 1:1 Bismark (50.), 2:1 Heyer (56.), 2:2 Bismark(66.)

 

SpVgg Geratal – FC Coburg​​ 3:2 (2:1)

(Kda) Nach einem ersten Trainingskick am Donnerstag, einem schweißtreibenden Fahrradausflug am Samstagvormittag und dem sich am Nachmittag anschließenden Spiel gegen ehemalige Spieler des SV 08 Geraberg trafen die Männer um Kapitän Wollenschläger zum ersten Testspiel in Geschwenda auf die Mannschaft aus Coburg, die in der vergleichsweisen Spielebene wie die Spielvereinigung spielt und aufgrund der schon in der kommende Woche beginnende Saison auch in der Vorbereitung viel weiter sind als die Einheimischen. Unter diesem Aspekt und der Tatsache, dass die Gerataler noch nicht in Bestbesetzung agieren konnten und auch die Neuankömmlinge zu integrieren hatten, boten sie eine sehr ansprechende Partie. Vielleicht mit einem etwas glücklichen Ausgang, aber dennoch nicht ganz unverdient, wenn man die Spielanteile insgesamt betrachtet. In der Anfangsviertelstunde merkte man dem Gerataler Spiel an, dass Abstimmungsprobleme herrschten und die Feinheiten des Passspieles noch entwicklungsfähig sind. Dies führte auch zu der frühen Coburger Führung, weil Kott versuchen musste, einen langen Pass vor einem Gegenspieler zu erreichen. Dabei brachte er diesen zu Fall, Strafstoß und unhaltbarer Schuss waren die Folge. So langsam griffen dann aber die Kombinationsräder ineinander, es wurden sich Chancen erarbeitet, die speziell über die linke Seite durch Bärwinkel gefährlich nach innen gebracht wurden. Zwei davon konnte Kühne, der sehr engagiert sowohl in der Offensive als auch Defensive arbeitete, kurz vor dem Halbzeitpfiff genutzt werden. Dennoch musste auch Kott zweimal im Eins-Zu-Eins gegen durchbrechende Coburger, bei denen der in unserer Region bekannte Lukas Mosert mitspielte, retten. In der zweiten Spielhälfte ließen die Gäste erstaunlicherweise nach, hatte die Spielvereinigung eindeutig Oberwasser. Auffallend, dass die vorgenommenen Wechsel sich nahtlos in das Gerataler Spiel integrierten. Der Siegtreffer kurz vor Ultimo durch Kott (in der Halbzeit gegen Neuzugang Winter aus dem Tor gewechselt, dem beim zweiten Coburger Treffer ein ähnliches Missgeschick traf wie seinerzeit Kott und Dobrocki im Spiel gegen Fahner Höhe, und später dann als Feldspieler wieder eingewechselt) war für einen gelernten Torwart recht clever gemacht.

Aufstellung:

SpVgg Geratal: Kott, Maleße, Behr, Bärwinkel, Wollenschläger, Heyer, Brandl, M. Zentgraf, Kühne, Linse, Bischof, Seeber, Kellner, Blümke-Eichhorn, Winter

Schiedsrichter: Linke (Gräfinau-Angstedt)

Torfolge: 0:1 Sener (2., FE), 1:1, 2:1 Kühne (41., 43.), 2:2 Sener (52.), 3:2 Kott (89.)