Dass die im Herbstrückblick in weiser Voraussicht prophezeiten möglichen Rückschläge im sportlichen Bereich so schnell und vor allem so permanent über die Spielvereinigung hereinbrechen würden, war so nicht vorhersehbar. Natürlich wussten die Verantwortlichen um die jedes Jahr wiederkehrenden Schwächen zum Beginn der Frühjahrssaison, die weitestgehend in der Mannschaftsstruktur – viele auswärtige Studenten, die nur sporadisch in die Wintervorbereitung einbezogen werden können — begründet sind, doch speziell das letzte Vorbereitungsspiel gegen den Landesklassenvertreter SG Bischleben/Möbisburg, gegen den man im Herbst aus dem Pokal flog, ließ auf einen ähnlichen Verlauf wie in der Herbstsaison hoffen.

Vielleicht war auch gerade dieses Spiel Ursache zum Einen aus Sicht der Mannschaft für den katastrophalen Saisonstart im Februar, denn als Tabellenführer gegen den damaligen Abstiegskandidaten Kaltennordheim zu Hause, was sollte da schon passieren, und zum Anderen für die übertrieben hohe Erwartungshaltung Vieler um das Spielfeld herum ob des Tabellenstandes! Konnte man diese 1:3-Auftaktniederlage noch als Ausrutscher bezeichnen, war die darauf folgende Pleite in Saalfeld gegen einen bis dato punktlosen Tabellenletzten, und vor allem die Art und Weise wie das Ergebnis zustande kam, nicht akzeptabel. Diese individuellen Fehler vieler Spieler, die sich wie ein negativer roter Faden bis auf wenige Spiele der Rückrunde durchzogen, sollten auch danach Spiele gegen die Gerataler entscheiden.

Dass die Erwartungshaltung sehr hoch war, zeigte sich in der schnell einsetzenden Trainerdiskussion. Noch vor dem dritten Rückrundenspiel und bezeichnender Weise gegen den 1. Suhler SV 06 sprach man sich gegen Ralf Eismann, einem Suhler, aus und übergab Erhard Meyer die Verantwortung. Ein Schritt, der wie so oft im Fußball der einfachere war, und der, wie auch so oft, nicht viel brachte, denn immer noch werden die Spiele durch Spieler geführt und entschieden, egal in welche Richtung.

Regionalklasse 3, 30. und letzter Spieltag der Saison 2010/2011

SG Wipfra/Marlishausen - SpVgg Geratal II  1:4 (1:0)

Wipfra. Sich ehrenvoll aus der Regionalklasse zu verabschieden lautete die Devise von Trainer Uwe Erdmann. Doch die Vorzeichen in diesem Kreisderby standen nicht gut, denn wieder einmal fehlten eine ganze Reihe von Stammkräften. Trotzdem hätte das Spiel für die Einheimischen gar nicht besser beginnen können. Nach herrlichem Zuspiel von Marko Erdmann besorgte Feist schon in der zweiten Minute das 1:0. Marko Erdmann und Licht hatten die Führung sogar noch ausbauen können (25/30.). SG-Keeper Lehmann wurde in der 33. Minute das erste Mal ernsthaft geprüft. Dann stand Licht frei, verzog aber in aussichtsreicher Position ganz knapp (40.). Im Gegenzug klärte Lehmann gegen Toni Knoch, konnte gerade noch den Ausgleich verhindern.

SpVgg Geratal - SG Glücksbrunn Schweina  2:1 (1:1)

(kda) Die Fußball- Floskel, dass sich im Laufe einer Serie Pech und Glück ausgleichen, durfte die Spielvereinigung im Positiven sehr schnell erfahren. Hatte sie vor Wochenfrist noch Pech ob des Spielausganges in Neuhaus-Schierschnitz, so glich sich an diesem Wochenende gegen eine sehr gut spielende, aber in der Chancenverwertung schlampige Schweinaer Mannschaft alles wieder aus. Und dass Glück immer nur der Tüchtige hat, stimmt auch. Zwar oftmals durch Fehlabspiele geschwächt, nur selten mit schnellen, direkten Spielzügen operierend und dann auch gefährlich vor dem Schweinaer Tor auftauchend, war den Geratalern der unabdingbare Wille, endlich mit einem Sieg den Bock umstoßen zu wollen, nicht abzusprechen.

SpVgg Geratal - SV 08 Steinach 4:1 (2:1)

(kda) Das für den SV 08 Steinach im Überkreuzvergleich mit dem FSV Martinroda entscheidende „Endspiel“ um die Staffelmeisterschaft der Landesklasse Süd und damit verbunden den Aufstieg in die Landesliga Thüringen sah zum Einen eine wider Erwarten starke Gerataler Mannschaft, die sich zu einer lange nicht gesehenen Leistung aufschwang und zum Anderen einen Spitzenreiter, der von Beginn an nervös und zögerlich spielte, und sich durch eine übermotiviert eingehandelte Rote Karte in der 38. Minute (Groeger) noch zusätzlich schwächte, was sich bei den sommerlichen Temperaturen schnell bemerkbar machte.

SV Neuhaus-Schierschnitz - SpVgg Geratal I 1:1 (0:0)

(kda) Nach langer Zeit hätte es für die Spielvereinigung wieder mal für einen Sieg reichen können und das vor allem auf Grund der gezeigten Leistung in der zweiten Spielhälfte verdient. Fast, denn der Schiedsrichter und auch die einheimischen Spieler ließen den knappen 1:0 Sieg der Gerataler durch schon an grob unsportlich grenzendes Handeln nicht zu. Näheres hierzu in der Chronologie.

Auf dem etwas holprigen Rasen der „Biene“ fanden zunächst die Einheimischen schneller zu ihrem Spiel. Mehrfach stockte den zahlreich mitgereisten Gästefans der Atem,

SpVgg Geratal II - SC 1903 Weimar II  0:0

(fm) Im letzten Heimspiel dieser Spielzeit wollten die Platzbesitzer an ihre gute erste Halbzeit vom vergangenen Wochenende anknüpfen und gegen den Spitzenreiter wenigstens einen Punkt holen. Beides wurde erreicht. Alle Mannschaftsteile kämpften und rackerten, so dass das Ergebnis in Ordnung ging. Musch legte einen Freistoß auf Seyfferth ab, aber ein eigener Spieler steht bei dessen Abschluß im Weg (8.) und auch Priefers Schuß aus 20 m verfehlt das Tor knapp(17.). Nach der Anfangsviertelstunde kamen die Gäste besser ins Spiel. Vor allem Huck hatte Schwierigkeiten, den schnellen Fredrich auf der Außenbahn zu halten. Folgerichtig stellte der Trainer um und ihm mit Esche einen ebenbürtig schnellen Mann zur Seite. Trotzdem ging von Fredrich, der oft angespielt wurde, ständig Gefahr aus, aber die Verteidiger standen meist gut. In dieser Phase waren die Gäste eindeutig mehr im Ballbesitz.

SG Griesheim/Singen I - SpVgg Geratal III 4:2 (1:1)

Wieder kein Sieg in der 1. Kreisklasse.

Aufstellungen:

SpVgg Geratal III: Diemar, Langguth, Siegfried, Langenhan, Ermer (67. T. Hofmann), Wedekind, Tillack, Stiebitz (67. Kamitz), P. Eschrich (46.Rüdiger), Stade, Menger

SG Griesheim/Singen I: Reinecker, Winckler, Rausch, Böhm, Heilwagen, Metzger, Buchberger, Frankenberger, Reifenberg, Fuchs (60. Hehl), Stötzer (70.Lange)

Torfolge: 1:0 Heilwagen (10.), 1:1 Tillack (26.), 2:1 Reifenberg (46.), 3:1 Reifenberg (58.), 4:1 Buchberger (82.), 4:2 Kamitz (90.)

Schieri: Lietsch ( Rottenbach)

Zuschauer: 30

TSV Germania Sonneberg-West - SpVgg Geratal I  4:1 (2:0)

(kda) Der aus dem Vorwochensieg resultierende Optimismus der Gerataler eventuell in Sonneberg noch mal etwas reißen zu können, wurde ob der Aufstellung- Brandl, Wollenschläger, Busch verletzt, Bärwinkel und Huck persönlich verhindert-, ob der Platzverhältnisse (eine Viehwiese ist bestimmt noch ebener) und letztlich ob des sehr frühen Rückstandes (handgestoppt: 33 Sekunden) schnell gedämpft. Dennoch besaßen die Gerataler zum Ende der ersten und vor allem während der zweiten Halbzeit große Spielanteile, um den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielen zu können. Dass es am Ende ein so deutliches Ergebnis wurde, entspricht eher der effizienten Chancenverwertung der „Germanen“ bzw. individuellen Abwehrfehlern der Gerataler. Markus Büchner hätte wahrscheinlich mit einer doppelten Manndeckung bedacht werden müssen, so gut war dieser.

SpVgg Geratal II - VfB Apolda I  1 : 3 (1:2)

(fm) Die personell fetten Zeiten der Hinrunde sind endgültig vorbei. Berufliche, gesundheitliche und disziplinarische (Spielsperren wegen Gelber und Roter Karten) Gründe führten dazu, dass es in diesem Spiel einen Spielertrainer gab und auf der Auswechselbank angeschlagene Spieler Platz nahmen. Das Alles kann aber nicht als Entschuldigung herhalten, wenn wieder verloren wurde. Die drei Angreifer Zachert, Priefer und S.Huck erreichten nicht ihre Normalform und Musch im Mittelfeld war als Alleinunterhalter überfordert. Hinzu kommt die ungewohnte Position von Esche als Rechtsverteidiger in Ermangelung gelernter Abwehrspieler, der mehrfach nur zweiter Sieger gegen die schnellen Angreifer Rammelt, Sobol und Assmann war.

Apolda trat nicht als Abstiegskandidat auf und spielte aus einer sicheren Abwehr heraus schnelle, gefährliche Konter. Kurzzeitig hatte man den Eindruck, dass sich mehr Gäste vor dem Tor von Wenig tummelten, als Gegenspieler.

TSG Kaulsdorf I - SpVgg Geratal II 1:2 (1:2)

(fm) Endlich auch wieder ein Sieg für Geratal II. Der Trainer hatte die Truppe vor dem Spiel auf eine gut stehende Verteidigung eingeschworen und wenigstens 1 Punkt als Ziel verkündet. Das es am Ende mehr wurden war Ausdruck einer geschlossenen Mannschaftsleistung, in der jeder für seinen Nebenmann kämpfte, Angreifer meist gedoppelt und in der ersten Halbzeit auch nach vorn gut gearbeitet wurde. Hier blitzte sogar einige Male der Glanz der Hinserie auf. Yurolmaz als rechter Verteidiger bot eine seiner besten Leistungen, meldete seinen Angreifer ab und zeigte seine Routine und Erfahrung, auch im Unterstützen der Angriffsbemühungen.

SV 09 Arnstadt II - SpVgg Geratal II

(fm) Die zweite Vertretung zeigte im neuerlichen Auswärtsspiel eine solide Leistung. Aber ich wiederhole mich, eine solche reicht für drei Punkte auswärts nicht aus. Obwohl die Deckung und das defensive Mittelfeld gut stand, Dobschanetzki rechts hinten zeigte eine seiner besten Leistungen in diesem Spieljahr, wurden nicht genug Chancen herausgespielt. Yasin Ben-Achour im offensiven Mittelfeld trickste drei Gegenspieler aus und spielte den öffnenden Pass auf Priefer. Dieser schien bereits weit genug vom Tor abgedrängt zu sein, brachte aber den Ball aus spitzem Winkel noch unter (0:1, 6.). In der Folgezeit wurden die Gastgeber klar beherrscht, aber der beruhigende Vorsprung konnte nicht erlangt werden.

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