Rückblick auf die Rückrunde der Saison 2010/2011 der 1.Mannschaft

Dass die im Herbstrückblick in weiser Voraussicht prophezeiten möglichen Rückschläge im sportlichen Bereich so schnell und vor allem so permanent über die Spielvereinigung hereinbrechen würden, war so nicht vorhersehbar. Natürlich wussten die Verantwortlichen um die jedes Jahr wiederkehrenden Schwächen zum Beginn der Frühjahrssaison, die weitestgehend in der Mannschaftsstruktur – viele auswärtige Studenten, die nur sporadisch in die Wintervorbereitung einbezogen werden können — begründet sind, doch speziell das letzte Vorbereitungsspiel gegen den Landesklassenvertreter SG Bischleben/Möbisburg, gegen den man im Herbst aus dem Pokal flog, ließ auf einen ähnlichen Verlauf wie in der Herbstsaison hoffen.

Vielleicht war auch gerade dieses Spiel Ursache zum Einen aus Sicht der Mannschaft für den katastrophalen Saisonstart im Februar, denn als Tabellenführer gegen den damaligen Abstiegskandidaten Kaltennordheim zu Hause, was sollte da schon passieren, und zum Anderen für die übertrieben hohe Erwartungshaltung Vieler um das Spielfeld herum ob des Tabellenstandes! Konnte man diese 1:3-Auftaktniederlage noch als Ausrutscher bezeichnen, war die darauf folgende Pleite in Saalfeld gegen einen bis dato punktlosen Tabellenletzten, und vor allem die Art und Weise wie das Ergebnis zustande kam, nicht akzeptabel. Diese individuellen Fehler vieler Spieler, die sich wie ein negativer roter Faden bis auf wenige Spiele der Rückrunde durchzogen, sollten auch danach Spiele gegen die Gerataler entscheiden.

Dass die Erwartungshaltung sehr hoch war, zeigte sich in der schnell einsetzenden Trainerdiskussion. Noch vor dem dritten Rückrundenspiel und bezeichnender Weise gegen den 1. Suhler SV 06 sprach man sich gegen Ralf Eismann, einem Suhler, aus und übergab Erhard Meyer die Verantwortung. Ein Schritt, der wie so oft im Fußball der einfachere war, und der, wie auch so oft, nicht viel brachte, denn immer noch werden die Spiele durch Spieler geführt und entschieden, egal in welche Richtung.

 

Mühevoll erreichten die Männer um Kapitän Wollenschläger gegen einen auch nicht gerade Bäume ausreißenden Kontrahenten aus Suhl ein torloses Remis, wenigstens gab es in diesem Spiel keine entscheidenden individuellen Fehler. Dafür aber im darauf folgenden Spiel in Hildburghausen massenhaft. Zunächst schien der Bock endlich umgestoßen, Heyer und Maleße mit einem „Jahrhunderttor“ sorgten für eine berechtigte Führung, doch anstatt das Spiel ruhig nach Hause zu bringen, sorgten Unkonzentriertheiten und individuelles taktisches Ungeschick gepaart mit Pech, Kruse fabrizierte unverschuldet ein Eigentor, noch dafür, dass man in der 90. Minute mit völlig leeren Händen (2:3) da stand. Spätestens hier war klar, dass die Mannschaft in einer tiefen sportlichen Krise steckte und man froh sein konnte, dass die beiden folgenden Spiele gegen den Absteiger Bad Salzungen (1:1) und auswärts in Struth-Helmershof (0:0) nicht verloren wurden. Wobei aber in letzterem Spiel durchaus ein Aufwärtstrend zu sehen war, der sich aber doch nicht verfestigte. Zu deutlich waren die Niederlagen darauf! Eindeutig beherrschten die Spieler des 1. FC Sonneberg den Gastgeber Geratal beim 0:2 und zu krass waren die Fehler, die man sich beim schlussendlichen Aufsteiger und Ortsnachbarn Martinroda leistete (4:2). Es spricht aber für die Mannschaft, dass sie immer wieder versuchte, in die Erfolgsspur der Hinrunde zurück zu kommen. Was die Einen aber aufbauten, z.B. Heyer mit der zweimaligen Führung zu Hause gegen Stahl Unterwellenborn, machten die Anderen durch teilweise haarsträubende Fehler wieder zunichte, Endstand 3:3 durch ein Unterwellenborner Eigentor! Auch gegen Veilsdorf (1:1) war der eine Punkt eher ein Gewinn, hingegen in Neuhaus-Schierschnitz (1:1) ein Verlust, vor allem weil die Mannschaft dort echte Siegchancen hatte und letztlich durch den Schiedsrichter und das unsportliche Verhalten des Gastgebers um den Lohn gebracht wurde. In den letzten drei Punktspielen überwog eher das Auf als das Ab! Zu Hause gegen Schweina, die einzige Mannschaft gegen die man in der Hinrunde verlor, zeigten die Gerataler Biss und feierten den ersten Sieg der Rückrunde (bis dato lediglich sechs Unentschieden), um eine Woche später in Sonneberg bei den Westlern (4:1) zugegebenermaßen ohne viele Stammspieler wieder unterzugehen.

Doch ihr wahres Leistungsvermögen, und darauf sollte man in der neuen Saisonvorbereitung aufbauen, zeigte man als „Meistermacher“ im letzten Spiel. Als viele glaubten, Steinach kommt zum Schaulaufen nach Geraberg, nur die Höhe des Steinacher Sieges noch unklar war und damit ihr Aufstieg in die Verbandsliga, war die Spielkultur der Hinrunde plötzlich wieder da. Steinach spielte ähnlich schlecht wie in der Hinrunde gegen die Gerata1er (0:0), die Einheimischen nutzten aber diesmal ihre Möglichkeiten konsequent. Was da an Kombination plötzlich wie der alles ging, wie die Chancen herausgespielt wurden und mit welcher Zielstrebigkeit der Torerfolg gesucht und gefunden wurde, schien einem tonnenschweren Befreiungsschlag gleichzukommen. Mit diesem 4:1 Erfolg sollte sich die Mannschaft mit ihrem treuen Anhang versöhnt haben, auch wenn dadurch für den Einen oder Anderen vielleicht unverständlicherweise der Ortsnachbar zum Aufsteiger gekürt wurde.

Zur statistischen Betrachtung hier nur das Prägnante: Insgesamt wurden 27 Spieler eingesetzt, Mentzel mit 28 Einsätzen gefolgt von Mielke (27) und Heyer (27) hatten die meiste Spielzeit. Von den 54 Toren (das 55. war ein Eigentor) erzielte Fabian Heyer mit 12 die meisten, Brandl und Keiner waren mit sechs Toren bei elf  Einsätzen bzw. acht bei 17 die Effektivsten, weitere 12 Spieler steuerten den Rest bei und auch im Fairplay (nur 35 Gelbe Karten, lediglich Martin Franz musste wegen fünf Karten einen Spieltag pausieren) hat die Mannschaft Charakter bewiesen.

Betrachtet man die gesamte Saison, hat die SpVgg Geratal als Nachfolger des SV 08 Geraberg und des ThSV 1886 Geschwenda mit dem fünften Platz in der Landesklasse Süd die beste Platzierung überhaupt erreicht. Lediglich gegen den 1. FC Sonneberg besteht innerhalb der Saison ein negatives Punktergebnis, gegen den Rest ein ausgeglichenes bzw. positives. Selbst gegenüber dem Aufsteiger FSV Martinroda hätte die Spielvereinigung nach Europacupwertung gewonnen. Nach einem Jahr Zusammenschluss zur SpVgg Geratal auch unter Hinzuziehung des Ergebnisses der zweiten Mannschaft (vierter Platz Regionalklasse 3) ein beachtenswertes Resultat und Beweis für die Richtigkeit dieses Schrittes auch wenn nicht alles „rund“ gelaufen ist. Ein Schritt in die richtige Richtung war es mit Sicherheit. Und deshalb werden alle Beteiligten. in der kommenden Saison wieder ihr Bestes geben, um den Fußball im Geratal hoch zu halten. Da sie aber auch nur Menschen und keine Götter oder Maschinen sind, haben sie die gleichen Chancen wie alle anderen auch, Fehler zu machen. Leider vergessen das einige Fußballinteressierte im Umfeld gerade dann, wenn es um die Mannschaft mal nicht so läuft. In der offenen und ehrlichen Kommunikation miteinander kann hier mehr erreicht werden als mit Unwahrheiten und teilweise Denunzierungen bzw. Beleidigungen von Neidern, Nörglern, Allesbesserwissenden aber niemals Machenden und „Verschmähten“. Dennoch hat ein gut funktionierendes Team ob in Geraberg oder in Geschwenda den Trainings- und Wettkampfbetrieb inklusive Versorgung bestens organisiert, diesen Machern gilt der ausdrückliche Dank, auch den beteiligten Kommunen mit den jeweiligen Bürgermeistern.

Statistik: Mentzel (28 Einsätze/1 Tor), Mielke (27/6), Heyer (27/12), Kruse (26/2), T. Huck (25/5), Wollenschläger (25/2), Franz (25/1), Hofmann (24/3), Y. Ben Achour (2412), Maleße (23/2), Busch (19/2), Gothe (18/2), Keiner (17/8), Bärwinkel (13/0), Brandl (11/6), Eismann (10/0); Rösler (9/0), Zachert (9/1), Priefer (7/0), A. Ben Achour (6/0), Jaekel (3/0), Kohlschmidt (2/0), S. Huck, Hielscher, Esche, Kappaun, Lützkendorf (1/0).