Thüringenpokal, 2. Hauptrunde

SpVgg Geratal – FSV Wacker 90 Nordhausen 0:5 (0:1)

(Kda) Das Spiel lief bis zur 40. Minute so, wie sich das die Gerataler vorgestellt hatten – aus einem 4-5-1 System zu jeder Zeit die Defensive verstärkend und trotzdem genügend Mann mit in die Offensive bringen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Regionalligist logischerweise mehr Ballbesitz, aber den Gastgebern gelang es immer wieder, kaum etwas ernsthaftes daraus entstehen zu lassen. Drei Möglichkeiten der Gäste, Eckball mit Kopfballversuch (3.), Peßolat rutscht an einer scharfen Eingabe von rechts am langen Pfosten am Ball vorbei (19.) und wieder ein Kopfball nach Ecke (28.), waren bis dato die Ausbeute. Dem standen ein Rückpass Thorwarths auf Wollenschläger, den dieser von der Strafraumgrenze nicht veredeln konnte (6.) und ein Zuspiel Thorwarths auf den durchgelaufenen Ben Achour, wo dieser zu lange mit dem Abschluss zögerte (40.) auf Gerataler Seite gegenüber. Und hätte Thorwarth nach einem Ziehen und anschließendem Stoßen im Strafraum nicht so “brav” reagiert (35.), wer weiß was aus einem evtl. Strafstoßpfiff erfolgt wäre. Dann die 41. Minute! Bei einem Herauslaufen Trefflichs kam es zum Körperkontakt mit einem Gegenspieler, in Folge dessen der Gerataler Torwart mit einer Knieverletzung zunächst behandelt werden und nach kurzem Versuch dennoch ausscheiden musste. Da Kott aus der Vorwoche gesperrt ist, befand sich kein Ersatztorwart auf der Bank, Wollenschläger stellte sich ins Tor. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte musste er den ersten Gegentreffer hinnehmen. Eine Nordhäuser Flanke von halblinks auf den langen Pfosten erreichte Schloffer mit dem Kopf – unhaltbar in den oberen Winkel. Nicht allein die Torwartsituation an sich war in der Folge das Problem, sondern vielmehr, dass mit Wollenschläger eine Schlüssenfigur aus der Defensive gezogen werden musste. Was in der ersten Spielhälfte mustergültig klappte, war nun nicht mehr durchzuführen. So taten sich den Nordhäusern, die konsequent über die Außenpositionen operierten, immer wieder Möglichkeiten auf, die sie auch aufgrund ihrer individuellen Klasse nutzten. In der 50. Minute köpfte Sailer eine maßgenaue Flanke aus zentraler Position ein, eine Flanke von links bekamen Brandl und Behr nicht entscheidend aus dem Strafraum heraus – Albayrak vollstreckte eiskalt (57.), bei einem Abwehrversuch Brandls kurz hinter der Strafraumgrenze sprang der Ball an die Hand – Starfstoß – Tor (70.). Zu allem Verdruss fälschte er auch noch eine Flanke ins eigene Tor ab (85.). Dem stand nur ein ernsthafter Angriff der Gerataler in der zweiten Spielhälfte gegenüber, als sich Braunschweig in der 64. Minute ein Herz fasste und aus 25 Meter scharf in zentraler Position abzog. Die anschließende Ecke brachte nichts ein. So kam es noch zu diesem recht deutlichen Ergebnis. Es hätte ein ernsthafter Schlagabtausch mit den zwei Klassen höher spielenden, sehr sympathischen Gästen werden können und es bleibt zu orakeln, was gewesen wäre, wenn es die Verletzung Trefflichs nicht gegeben hätte. So sind die Gastgeber ehrenhaft aus dem Pokal ausgeschieden. Das Problem aber bleibt! Wenn Trefflichs Verletzung sich als ernsthaft erweisen sollte, wer hütet nächste Woche in Rositz das Tor?

Aufstellung:
SpVgg Geratal: Trefflich ( 42. Kühne), Behr, Dobrocki, Schmidt, Ben Achour (66. Rinn), Wollenschläger, Heyer, Brandl, Seeber, Thorwarth, Braunschweig
FSV Wacker 90 Nordhausen: Rauhut, Pfingsten-Reddig, Bergmann, Peßolat (46. Sailer), Albayrak, Günzel, Djengoue (55. Yelen), Herröder, Becken, Schloffer, Hägler (66. Kauffmann)

Zuschauer: 261

Schiedsrichter: Greif (Westhausen)

Torfolge: 0:1 Schloffer (45.+2), 0:2 Sailer (50.), 0:3 Albayrak (57.), 0:4 Yelen (70.), 0:5 Brandl (Eigentor, 85.)