Thüringenliga, 10. Spieltag

 

SpVgg Geratal – 1. SC 1911 Heiligenstadt 0:3 (0:2)

 

(kda) Unter welcher Überschrift soll man dieses Spiel führen: Gebrauchter Tag, Pech, Unvermögen? Fakt ist, gegen einen gnadenlos effizienten Gegner rächte sich wieder einmal das schon länger in der Spielvereinigung grassierende Auslassen hochkarätiger Torchancen. Das Ergebnis hört sich eindeutiger an als der Zuschauer es in Wirklichkeit sah, von den Torchancen waren die Gäste den Geratalern nicht überlegen – aus zwei machten sie drei Tore – und die Heimmannschaft war über weite Teile spielbestimmend, kamen aber durch die lange Behandlungspause des Heiligenstädter Torwart um die 25. Minute anscheinend etwas aus dem Tritt. Kurz darauf kassierten sie auch noch ein äußerst kurioses Gegentor, das zum Knackpunkt dieses Spieles werden sollte. Sternadel schlug einen Abschlag weit in die Gerataler Hälfte, den Ball ließ Brandl für Kott zum Aufnehmen durch. Vor dem herauslaufenden Torwart springt der Ball auf, bekommt auf dem tiefen, nassen Rasen eine durch Kott nicht berechnete Flugbahn, im Bemühen den höher abspringenden Ball durch Rückwärtslaufen zu sichern, rutscht er aus und der Ball trudelt ins verwaiste Tor (28.). Als dann den Gästen mit ihrer ersten tatsächlichen Torchance auch noch der zweite Treffer gelang, eine Flanke von rechts wurde seitens der Gerataler zu kurz und zu zentral abgewehrt und Lerch den Ball an der Strafraumgrenze optimal, diesmal für Kott unhaltbar, traf, waren alle bis dato Offensivbemühungen der Gerataler Makulatur. Die Chance auf einen schnellen Anschlusstreffer hatten sie dennoch in der 38. Minute, doch Brandl brachte einen abgewehrten Schmidt-Freistoß nicht im gegnerischen Tor unter.

Es spricht für die Mannschaft, dass sie in der zweiten Spielhälfte versuchte, die drohende Niederlage noch abzuwenden. Wie Sternadel die Hand noch an Wollenschlägers Granate aus 18 Meter an den Ball bekommt, somit in der 59. Minute den Anschlusstreffer verhindert und damit eventuell aufkommende Hektik seinen Mannen erspart, bleibt ein Rätsel. Der Schlussakkord der Partie fiel eigentlich schon in den sechziger Minuten. Brandl, schon zur Pause durch den Wechsel Linse für Zentgraf, für den ob seiner Größe der tiefe, rutschige Rasen gar nichts war, in den Angriff beordert, erreichte zwar einen Mantlik-Pass in die Tiefe, konnte aber aufgrund von Standschwierigkeiten (wie etliche seiner Mitspieler unübersehbar und im Verhältnis zum Gast unverhältnismäßig häufig auch) den Ball nicht verwerten (63.). In der 64. Minute führte ein Fehlpass im linken Spielaufbau zum Ballverlust und durch Henkel zum dritten Heiligenstädter Treffer und damit zur Entscheidung, denn eines war klar – gegen die nun mit zwei Viererketten operierenden Gäste werden an diesem Tag seitens der Gastgeber keine Tore gelingen! 

 

Aufstellung: 

SpVgg Geratal: Kott, Behr, Dobrocki, Schmidt, Wollenschläger, Priefer, Brandl, Seyfferth, Kühne (75. Keiner), Mantlik, Zentgraf (46. Linse)

SC 1911 Heiligenstadt: Sternadel, Kränzel, Heinevetter, Henkel, Lerch (80. Lerch), Rhoese, Hanusch, Wilhelm (90. Wagner), Möhlhenrich, Merfert (72. Schäfer), Dragicevic

 

Schiedsrichter: Leitschuh (Barchfeld)

 

Zuschauer: 130

 

Torfolge: 0:1 Sternadel (28.), 0:2 Lerch (35.), 0:3 Henkel (64.)