Thüringenliga, 14. Spieltag

 

SC 1903 Weimar – SpVgg Geratal 2:1 (0:1)

 

(Kda) Das Spiel lief für die Gerataler wie die bisherige Saison – nach guten kamen schlechte Spiele – hier nur auf die Halbzeiten transferiert. Gegen eine wie immer bestens aufgelegte Weimarer Mannschaft lieferte die Spielvereinigung in der ersten Spielhälfte, auch gegen einen sehr böigen Wind spielend, eine taktisch clevere Leistung ab. Folgerichtig auch die Pausenführung. Völlig unverständlich, nun mit dem Wind spielend und daher eigentlich leichter, wich man komplett von dieser Marschroute ab. Was in der ersten Halbzeit sehr gut funktionierte – zwei eng stehende Reihen und damit die Mittelfeldspieler effizient sowohl in die Defensive wie auch Offensive einbinden zu können -, ging in der zweiten Halbzeit nahezu völlig ab. Die Räume waren zu groß, daher operierte jeder mehr oder weniger für sich und es ergaben sich für die Gastgeber Chancen, die sie natürlich ob ihrer individuellen Qualität auch auszunutzen verstanden. Und dann eben auch wieder die sich über die gesamte Saison hinweg abzeichnende Abschlussschwäche, denn selbst in der miserabel gespielten zweiten Halbzeit hatten die Gäste in der zweiten Viertelstunde sehr gute Möglichkeiten, das Spiel nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich wieder zahlenmäßig für sich zu gestalten!

Das Spiel begann mit einer Gerataler Großchance. Schmidt´s Freistoß von der Strafraumgrenze lenkte Weimars Torwart an den Pfosten (2.). Weimar bemühte sich, ihr Spiel in den Gerataler Strafraum zu verlegen, doch bis auf einen Schuss von Pabst, den Kott abfausten musste (9.), standen die Gäste dicht gestaffelt. Als Kühne in der 25. Minute energisch durch den gegnerischen Strafraum zog, beim ersten Schussversuch schon leicht behindert wurde, dem abgedrängten Ball Richtung Grundlinie hinterher eilte und bei einem neuerlichen Schussversuch nun endgültig von den Beinen geholt wurde, kam der Schiedsrichter nicht um den Strafstoßpfiff herum. Schmidt setze diesen sicher zur Führung in die Maschen (26.). Mehr nennenswertes gab es von beiden Mannschaften nicht in dieser Hälfte.

Völlig anders dann die zweite. Die Gastgeber umgingen zum einen mit bewusstem Flachpassspiel den böigen Wind und zum anderen gaben die Gerataler ihnen Räume. So konnte Andris in der 50. Minute völlig unbedrängt aus 20 Meter einen Flachschuss ansetzen, der für Kott unhaltbar in der linken Ecke einschlug. Zwar bemühten sich die Gerataler um das Spiel nach vorne, doch aufgrund des nicht eng genug miteinander Agierens waren dies halt mehr oder weniger Einzelaktionen und bei einem Abblocken dieser konnte auch aus diesen Gründen kein sogenannter „zweiter Ball“ erobert werden. Aussichtsreich war hier lediglich Linkes Flanke auf Zentgraf, dessen Kopfball aber zu hoch angesetzt (51.). Zwischen der 60. und 80. Minute entwickelte sich dann ein offener Schlagabtausch um die Führung, bei der bei einer durchaus möglichen Gerataler das Spiel für sie hätte entschieden sein können. Doch letztlich kam es anders. Der eingewechselte Lange schoss knapp am Tor vorbei (59.), Kühnes Versuch nach sehr feinem Paradies-Pass wurde abgeblockt (67.), danach zwei, drei weitere Chancen für die Mantlik und Co. (68., 69.), in der 71. Minute köpfte Bischof den Ball von der eigenen Linie, in der 72. Minute rettete zunächst Kott gegen einen Weimarer um damit einen sofortigen Konter über Kühne einzuleiten, dessen präzises Anspiel sammelte Zentgraf aber aus 16 Meter über das Tor. Und dann kam was kommen musste. Wieder einmal standen die Gerataler Reihen zu weit auseinander, ein Ballverlust in des Gegners Hälfte führte zu einem weiten Pass in die Gerataler Hälfte, der völlig allein gelassen Seeber musste versuchen zu retten, traf dabei den Gegenspieler und erhielt hierfür eine Verwarnung. Da dies aber im Spiel seine zweite war, die „Ampelkarte“ (78.). Aus dem anschließenden Freistoß entwickelte sich der Weimarer Siegestreffer. Pabst schlug diesen flach und scharf auf den Gerataler kurzen Pfosten, nach mehreren unkontrollierten Abwehrversuchen Rosenhan ihn letztlich ins Tor (79.). In Unterzahl war damit die Gerataler Niederlage, der es aufgrund der in der ersten Spielhälfte gezeigten Leistung nicht bedurft hätte, besiegelt.

 

Aufstellung:

SC 1903 Weimar: Adamiuc, Rammelt, Bißelik, Sachs, Boden (46. Lange), Pabst, Andris (90.+1 Weber), Trinkler, Rosenhan, Laue (88. Hummel), Häußler

SpVgg Geratal: Kott, Schmidt, Wollenschläger, Seeber (78. GRK), Seyfferth, Linke, Kühne, Bischof, Mantlik, Paradies, Zentgraf (83. Linse)

 

Zuschauer: 96

 

Schiedsrichter: Jänike (Jena)

 

Torfolge: 0:1 Schmidt (26., FE), 1:1 Andris (50.), 2:1 Rosenhan (79.)